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diorama | rückblick auf die bandgeschichte


iorama wurde 1996 als musikalisches Projekt von Torben Wendt aus Reutlingen gegründet, der zu diesem Zeitpunkt die für Diorama anfangs essenzielle Vorraussetzung einer 13-jährigen klassischen Klavieraus- bildung ebenso einbrachte wie die Erfahrung als Schlagzeuger in der Punkrockband „Drinking Beer“. Torben bewegte sich allerdings nicht zum ersten Mal auf dem gefilde der elektronischen Musik, was sich in früheren gemeinsamen Trance-Produktionen unter dem Namen „Nexus“ mit seinem Freund aus Kindheitstagen Felix Marc widerspiegelt. Felix sollte ungeahnt später ebenfalls seine Beteiligung an Diorama finden.

torben wendtDoch zunächst blieb es bei der persönlichen musikalischen Selbstverwirklichung eigener Träume und Wünsche seitens Torben Wendt, was sich in einem ersten Demo niederschlug, auf dem er einige Frühwerke wie das zeitlose „Leaving Hollywood“ komponierte. Mit etwas Glück fanden diese ersten melancholischen Melodien das Gehör des Solinger Labels „Accession Records“ unter der Führung von Adrian Hates, bekannt von der deutschen Kultband Diary Of Dreams. Torben Wendt wurde die Zusammenarbeit zugesagt und er konnte sich auf das Komponieren und Aufnehmen seines ersten Albums „Pale“, unter der Mitwirkung von Adrian Hates als Hintergrundmusiker, konzentrieren. Weitere Unterstützung erhielt er von Rainer Assmann, welcher bereits mit Größen wie DAF und Fad Gadget zusammengearbeitet hatte.

Nach der Veröffentlichung von „Pale“ im September 1999 folgte international eine erstaunlich positive Resonanz, unter anderem sogar in eher kleineren „Elektronik- Regionen“ wie Südafrika. Der introvertierte Stil und die tiefe, aber dennoch hoffnungsvolle Melancholie sollten Diorama einen Prägestempel aufdrücken, auch wenn dieser später durch konventionelle und druckvollere Klänge verwischt werden sollte. Folgerichtig gab es auch Live-Auftritte im Vorprogramm von Diary Of Dreams im Sommer 2000, die allerdings von Torben Wendt in der Beschränkung auf Klavier und Gesang allein ausgeführt wurden.

felix marcNach dieser spirituellen Bereicherung und musikalischen Erfahrung war es dann endlich soweit: Torben Wendt und Felix Marc sollten wieder zusammenarbeiten, so kam letzterer nun als Keyboarder, Hintergrundsänger und Co-Produzent zum Einsatz, um recht zügig den zweiten Silberling „Her Liquid Arms“ aufzunehmen. Man wollte nach der ersten erfolgreichen Zusammenarbeit ebenfalls wieder über „Accession Records“ veröffentlichen, was sich bereits im April 2001 vollzog. Wie es sich schon durch das Verlassen der Solo-Karriere ankündigen sollte, wurde „Her Liquid Arms“  elektronisch druckvoller und mit einem Rhythmus belegt, der nicht mehr nur leute aus dem „Szenengrund“ sondern aus der gesamten elektronischen Bewegung anzog: Diorama war clubtauglich geworden!

Die internationale Fangemeinde wuchs und man feierte Erfolge wie den vierten Platz der Deutschen Alternative Charts.
Nach Erscheinen der NachfolgeSingle „Device“ im September 2001 folgte zunächst erstmal eine Ruhepause zur geistigen und musikalischen Inspiration, die Torben Wendt ein halbes Jahr lang nach Toronto / Kanada führen sollte.

bernard le sigueZurück mit einer unendlichen Fülle an Ideen erfuhr Diorama den nächsten Zuwachs mit Bernard Le Sigue, der von nun an die Position des Bassisten einnahm. Ihn lernten Torben und Felix im Studium zum Diplom-Betriebswirt an der FH Reutlingen kennen.
In der bereits gewohnten Zügigkeit komponierte man nun in langen nächtlichen Aufnahmesessions das dritte Album „The Art Of Creating Confusing Spirits“.  Der Titel schien wohl ein Ausdruck der sich ständig vollziehenden Wandlung Dioramas sowohl nach innen als auch nach außen zu sein.

Im Oktober 2002 war es dann soweit. Der Nachfolger der cluborientierten Ära sollte sich als sehr experimentell darstellen, stieß aber auf Grund des in ihm enthaltenen Potenzials erneut auf positive Resonanz, was sich zum Beispiel mit Platz 5 der Deutschen Alternative Charts und diversen Titulierungen als eines der besten Alben des Jahres äußerte.
Anschließend folgte mit Diary of Dreams im November/Dezember 2002 eine Tour durch Deutschland und Europa, diesmal mit voller Bandbesetzung.

Im Jahr 2003 gönnte sich Torben Wendt erneut für ein halbes Jahr eine Auszeit. Sein Weg führt ihn diesmal nach Valencia / Spanien.

sash fiddlerMittlerweile bezeichnend für seine Reisen scheint das Wachstum der Band zu sein, denn bei seiner Rückkehr stößt Sash Fiddler, ein früherer Bandkollege Bernard´s, als Gitarrist und viertes Mitglied hinzu. Die weiteren Arbeiten dauerten diesmal länger an, was sich aber auf alle Fälle auszahlen sollte. Denn mit erscheinen des vierten Silberlings „Amaroid“ im April 2005 erreichten Diorama nicht nur den mittlerweile üblichen Platz 4 der Deutschen Alternative Charts, sondern etablierten sich nun vollends in der vorderen Front der DarkWave-Szene, was durch die anschließende „Formation-Tour“ durch nahezu alle deutschen Nachbarländer im Vorprogramm von VNV Nation seine Krönung fand.
Desweiteren wurde „Amaroid“ zum Album des Jahres 2005 im Synthetics Musik Magazin gewählt und in den „Musicfolio´s Top 20 Albums Of 2005“ sogar auf Platz 3 hinter „Playing The Angel“ von Depeche Mode (auf Platz 1) gelistet.

Fast zeitgleich mit der Veröffentlichung von „Re-Pale“, einer Zusammenstellung neuer Versionen alter Stücke, externer Remix-Beiträge und bisher unveröffentlichter Songs, startete im September 2005 die allererste Headliner-Tour Dioramas mit weiteren Konzerten in Polen und Rußland. Als weitere Veröffentlichung ist noch das Re-Release des lange vergriffenen Debutalbums „Pale“ (Oktober 2005) inkl. 3 Bonustracks zu nennen.

marquessNach 5 Jahren in der weiten Weltgeschichte zogen Diorama wieder in der Heimat Reutlingen ein, um am 21.01.2006 im Café Nepomuk aufzutreten – ein einmaliges Konzert vor allem für Freunde und Bekannte der Band, bei welchem das neue Mitglied der Band Marquess an den Drums zum ersten Mal zum Einsatz kam.
Weitere wichtige Auftritte im selben Jahr fanden u.a. auf dem Invitation Festival, Dark Dance Treffen, Dark Barbecue Festival, Secret Garden Festival, Summer Darkness Festival und dem Accession Records Festival statt.

Einen Wermutstropfen gibt es in dieser Erfolgsgeschichte allerdings doch, denn im Oktober 2006 mußten Diorama den Abschied des Bassisten Bernard Le Sigue bekannt geben, der durch sein einmaliges Talent und Ideenreichtum wichtige Beiträge zur Essenz und musikalischen Entwicklung der Band geleistet sowie sich durch unvergeßliche Live-Auftritte ausgezeichnet hat. Band und Fans trauern über diesen Verlust.

Zu guter letzt noch ein Lichtblick, denn für das Frühjahr 2007 wurde das nächste Album angekündigt, was die Spannung und Vorfreude der Fans in die Höhe treiben dürfte und die Hoffnung auf eine großartige Tour stärkt.

Höhen und Tiefen gab, gibt es und wird es immer wieder geben. Doch es scheint nahezu unmöglich, daß eine Band wie Diorama untergeht, da diese innovative, einmalige Klangkunst stets durch experimentelles Reichtum und Ausdruck den Hörgenuß unermeßlich steigert und befriedigt.

Stand 2007


text: nico pietschmann & bettina schulze

Bandportraits: Silke Jochum | silke-jochum.de


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